Schlagwort-Archive: Beziehungsanarchie

Do, 12.03.20, 19:00 Uhr: Polytreff in Mannheim

Hallo ihr Liebenden,

Die Suche nach der Eierlegenden-Woll-Milch-Sau ist einfach weniger stressig, wenn man auf seinem Hof Platz für mehr als ein Tier hat.

Dieser Satz fiel beim letzten Polytreff und ich will ihn hier mit allen teilen, die letztes Mal nicht dabei sein konnten.

Natürlich mit einem Augenzwinkern. Vermutlich würde niemand seinen Partner irgendwelche Tierbezeichnungen geben wollen („Maus“, „Hase“ oder „Spatz“ mal ausgenommen) Trotzdem ist was dran, dass unsere Bedürfnisse alle von einem Partner erfüllt haben wollen. Jedenfalls sagt uns das unsere Kultur, in der wir aufwachsen.

Es gibt diese Vorstellung des Traumprinzen, des einzigen Deckels für meinen Topf, die Hälfte, die mich vervollständigt, etc. Aber was ist, wenn es diesen Einen/diese Eine für mich nicht gibt? Wenn ich zu facettenreich bin, zu viele Interessen habe und vielleicht auch zu viel Liebe für nur eine Person in mir habe. Dann kann Polyamorie und andere offene Liebeskonzepte für manche eine Alternative sein. Lasst uns darüber und andere Fragen beim nächsten Polytreff reden.

Wie immer am zweiten Donnerstag im Monat, diesmal am 12.03. um 19:00 Uhr im:

Wirtshaus UHLAND!
Lange Rötterstrasse 10
68167 Mannheim

Wenn ihr mit dem Auto kommt, dann bringt eventuell etwas Extrazeit zum Suchen eines Parkplatzes mit oder kommt mit den ÖPNV (Haltestelle Alte Feuerwache, Mannheim) – damit ist es super zu erreichen.

Wir sind (meistens) im hinteren Raum. Haltet aber auch die Augen auf. Manchmal müssen wir in den „normalen“ Bereich weichen. Ihr erkennt uns an der schwarzen 8er-Kugel und den Flyern auf dem Tisch. Im Zweifel einfach das immer sehr freunliche Personal fragen. Die kennen uns schon.

Neue und bekannte Gäste sind in unserer gemütlichen Gesprächsrunde herzlich willkommen! Wenn ihr noch ganz neu in der Thematik seid, freuen wir uns über Eure Fragen und wenn ihr alte Hasen seid über Eure Erfahrungen. Und wenn Ihr noch im Vorfeld Fragen habt, dann schreibt uns gerne an.

Liebe Grüße und bis dann,

Eure Ophilia

Do, 12.09.19, 19:00 Uhr: Polytreff in Mannheim

Hallo ihr Liebenden,

Liebe ist nicht das, was man erwartet zu bekommen. Sondern das, was man bereit ist zu geben.

Katherine Hepburn

Das Zitat hat mich an unseren letzten Polytreff erinnert. Bei dem wir viel darüber gesprochen haben, was man eigentlich von einer Beziehung erwartet und damit vom Partner.

Es kommt zu Veränderungen im ganzen Denken, wenn man Schritt für Schritt mehr dahin geht, die eigenen Erwartungen herunter zu schrauben. Im besten Fall gibt man aus freien Herzen, was man geben will und nicht weil etwas erwartet wird (vom Partner oder der Gesellschaft). Wenn man dann auch weiß, dass der Partner ebenso handelt, dann ist man in einer freien Beziehung, in der keiner etwas tut, was man nicht will und jeder gibt nur das, was er auch bereit ist zu geben. Und das erfüllt einen mit sehr viel Dankbarkeit, denn alles passiert aus freien Willen und Herzen.

Natürlich stellt man sich solche Fragen eher in offenen Beziehungen, in denen man plötzlich neue Wege gehen muss. Dennoch ist es ein Thema für jegliche Beziehungen, selbst Freundschaften oder Familienbeziehungen.

Wenn ihr also dazu persönliche Erfahrungen hören wollt oder allgemein Fragen zu offener Beziehung und Polyamorie etc. habt, selbst wenn ihr selbst noch keine Erfahrungen habt, dann kommt gerne zum nächsten Polytreff.

Wie immer am zweiten Donnerstag im Monat, diesmal am 12.09. um 19:00 Uhr im:

Wirtshaus UHLAND!
Lange Rötterstrasse 10
68167 Mannheim

Wenn ihr mit dem Auto kommt, dann bringt eventuell etwas Extrazeit zum Suchen eines Parkplatzes mit oder kommt mit den ÖPNV (Haltestelle Alte Feuerwache, Mannheim) – damit ist es super zu erreichen.

Wir sind im hinteren Raum, ihr erkennt uns an der schwarzen 8er-Kugel auf dem Tisch.

Neue und bekannte Gäste sind in unserer gemütlichen Gesprächsrunde herzlich willkommen! Wenn ihr noch ganz neu in der Thematik seid, freuen wir uns über Eure Fragen und wenn ihr alte Hasen seid über Eure Erfahrungen. Und wenn Ihr noch im Vorfeld Fragen habt, dann schreibt uns gerne an.

Liebe Grüße und bis dann,

Eure Ophilia

Do, 08.08.19, 19:00 Uhr: Polytreff in Mannheim

Hallo ihr Liebenden,

In der letzte Zeit kommen wir bei unseren Treffen immer wieder auf das Thema „Beziehungsanarchie“, eines von vielen Konzepten aus dem bunten Strauß der Beziehungskonzepte. Und so dachte ich, versuche ihn hier mal kurz zu umschreiben, damit man eine Grundlage hat um darauf Diskussionen und Austausch aufzubauen.

Kurz gesagt:

Beziehungsanarchie ist die Praxis, zwischenmenschliche Beziehungen auf der Basis individueller Wünsche anstatt feststehender Normen und Regeln zu führen.

Die schwedische Journalistin Andie Nordgren, die auch den Begriff geprägt hat, hat in einer Broschüre die  Beziehungsanarchie letztendlich mit 9 Punkte beschrieben. Da diese sowieso alles schon sehr auf den Punkt bringen, gebe ich sie hier ungekürzt wieder. Ich hab die Übersetzung von der Seite „Mehr Platz für die Liebe“ .

  • Liebe ist im Überfluss vorhanden, und jede Beziehung ist einzigartig.

Beziehungsanarchie stellt die Idee in Frage, dass Liebe eine begrenzte Ressource ist, die nur dann echt ist, wenn sie nur zwischen zwei Personen auf einmal stattfindet. Du kannst viele Menschen lieben, und die Beziehung zu einem Menschen beschränkt nicht die Liebe, die du für jemand anderen empfindest. Bewerte und vergleiche keine Menschen und Beziehungen – schätze jede Beziehung auf ihre individuelle Art und Weise. Es ist nicht nötig, jemanden als „Partner“ zu benennen, damit die Beziehung echt ist. Jede Beziehung ist eigenständig, und eine Beziehung zwischen eigenständigen Menschen.

  • Liebe und Respekt statt Forderungen

Auf Forderungen als Grundlage für eine Beziehung zu verzichten, heißt die Autonomie und das Urteilsvermögen anderer Menschen zu respektieren. Deine Gefühle für jemanden oder eure gemeinsame Vergangenheit geben dir nicht das Recht, Forderungen und Ansprüche zu haben. Findet heraus, wie ihr miteinander umgehen könnt, ohne persönliche Grenzen zu übertreten. Anstatt immer nach einem Kompromiss zu suchen, lasse jeden Menschen seinen eigenen Weg finden, ohne dass das für die Beziehung eine Krise bedeutet. Keine Ansprüche zu haben, ist der einzige Weg, um sicher zu sein, dass die Beziehung immer auf beidseitiger Freiwilligkeit aufbaut. Liebe ist nicht „echter“, wenn ihr euch füreinander verbiegt, nur weil das so üblich ist.

  • Finde deinen festen Standpunkt

Wie willst du von Anderen behandelt werden? Und ich meine alle anderen. Was sind deine Grenzen und Erwartungen für alle Beziehungen? Mit was für Menschen willst du dich umgeben, und wie soll deine Beziehung mit ihnen aussehen? Finde deine Kernpunkte, die für dich wichtigsten Werte, und verwende sie ohne Ausnahme in allen Beziehungen. Weiche nicht davon ab, um irgendwem zu beweisen, dass du ihn „wirklich“ liebst.

  • Die heterosexistische Norm ist vorhanden, aber fürchte dich nicht.

Denke daran, dass es ein sehr starkes normatives System gibt, das dir sagen will, wie du zu leben hast und was wirkliche Liebe ist. Viele werden dich und deine Beziehungen in Frage stellen, wenn du nicht der Norm folgst. Arbeite mit den Menschen, die du liebst, zusammen und findet Wege und Tricks, um die Normen zu vermeiden, die euch Probleme bereiten. Findet positive Gegenentwürfe, damit ihr für etwas streiten könnt, und nicht nur gegen die Norm. Lasst eure Beziehungen nicht von der Angst vor gesellschaftlichen Normen beeinflussen.

  • Spontanität statt Verpflichtung

Die Freiheit, spontan zu sein – sich auszudrücken und zu handeln, ohne Angst vor Strafe und ohne Pflichtgefühl – das ist es, was eine anarchistische Beziehung lebendig macht. Spontanität ist vor allem das Gegenteil von Pflicht. Du willst eine Beziehung haben, in der man aus einem positiven Wunsch heraus miteinander zu tun hat, nicht aus Pflichtgefühl. Bei Spontanität geht es nicht darum, dass alles ohne Planung und Nachdenken gemacht wird, sondern darum, eine Beziehung zu schaffen die nicht auf Aufgaben und Anforderungen basiert. Organisiere deine Beziehungen so, dass Spontanität möglich ist!

  • Fake it till you make it

Manchmal scheint es, als müsste man ein unglaublicher Übermensch sein, um solche anarchistischen Beziehungen „hinzukriegen“. Aber das stimmt nicht. Verwende den Trick „Schummeln, bis es funktioniert“: Überleg dir in einer ruhigen Situation, wie du handeln würdest wenn du dich so stark und sicher fühlst wie du dir wünschst. Verwandle das in einfache Verhaltensregeln, die du anwenden kannst wenn du dich nicht so stark fühlst. Sprich mit Anderen darüber wie sie das machen, und mach dir keine Vorwürfe wenn es nicht immer klappt!

  • Vertrauen ist besser

Gehe davon aus, dass die Menschen in deiner Umgebung dir nur Gutes wollen. Es ist Unsinn, dass Egoismus der einzige Antrieb des Menschen ist. Vertrauen ist besser als eine Beziehung, in der du ständig nach Bestätigung suchst, dass der Andere immernoch für dich da ist. Du und die Anderen wollt euch gerne sehen und kommunizieren, aber manchmal hat man so viel um die Ohren, dass man alle Energie auf seine eigenen Sorgen richten muss. Je mehr du dann eine verständnisvolle Umgebung für dich und andere schaffen kannst, desto mehr Energie bleibt übrig, um sich gegenseitig zu unterstützen. Gib den Leuten die Chance zu reden, sich zu erklären, und zu zeigen dass sie Verantwortung in der Beziehung übernehmen, aber auch die Chance, sich um sich selbst zu kümmern. Denke an deine Grenzen.

  • Veränderung durch Kommunikation

Für das meiste, was Menschen gemeinsam machen, gibt es schon eine Art von Standard, wie das im Normalfall gemacht wird. Wenn du mit den Menschen in deiner Umgebung nicht darüber redest, dann werden sie sich verhalten wie üblich. Kommunikation, und gemeinsam anders zu Handeln, ist der einzige Weg um sich von Normen zu befreien. In radikalen Beziehungen ist Kommunikation ein Hauptbestandteil, kein Ausnahmezustand. Vertrauensvolle Gespräche sind das wichtigste Werkzeug. Wir sind so sehr daran gewöhnt, dass Menschen nicht das sagen, was sie wirklich meinen, sondern dass wir die richtige Interpretation suchen müssen. Solche Interpretationen funktionieren aber nur auf der Grundlage von Normen – wer eine Beziehung jeseits der Norm führen will, muss Klartext reden!

  • Mach deine Vereinbarungen passend für dich

Das Leben wäre ärmer an Struktur und Bedeutung, wenn man sich nicht mit anderen Menschen zusammentun könnte um Dinge zu erreichen – gemeinsam etwas aufbauen, Kinder großziehen, ein Haus besitzen und zusammen durch dick und dünn gehen. Solche Unterfangen brauchen normalerweise sehr viel Vertrauen und Verbindlichkeit zwischen den Leuten, um zu funktionieren. Beziehungsanarchie heißt nicht, dass du dich niemals auf irgendwas festlegen darfst – es geht darum, mit den Menschen in deiner Umgebung deine eigenen Vereinbarungen zu entwerfen. Frei von den Normen, die dir vorschreiben wollen, dass bestimmte Arten von Verpflichtung für Liebe notwendig sind, damit sie echt ist, oder dass manche Vereinbarungen wie Kinder kriegen oder zusammen wohnen von bestimmten Gefühlen angetrieben sein müssen. Fang bei Null an und mache deutlich, welche Art von Vereinbarung genau du mit anderen Leuten eingehen willst!

Der kleine, aber feine Unterschied zwischen Polyamorie und Beziehungsanarchie:

Obwohl ich mich selbst nicht als Beziehungsanarchist bezeichnen würde, würde ich jeden der Punkte oben unterschreiben. Beziehungsanarchie unterscheidet sich aber von der Polyamorie eben dadurch, dass sie annimmt, man brauche keine formelle Unterscheidung zwischen verschiedenen Typen von Beziehungen. Beziehungsanarchisten betrachten jede Beziehung (Liebesbeziehungen und andere) individuell, im Gegensatz zu der üblichen Kategorisierung nach gesellschaftlichen Normen wie „nur Freunde“, „in einer Beziehung“, „in einer offenen Beziehung“ etc. Und das ist letztendlich die Frage, ob man ein Label für seine Beziehung braucht oder eben nicht. Und das ist dann auch eine individuelle Frage.

Ich persönlich fand es einfach bisher sehr hilfreich einen „Arbeitstitel“ für meine Beziehungen zu haben und will darauf nicht verzichten, gleichzeitig aber ist es für mich auch schön nicht nur in den starren konventionellen Kategorien denken zu müssen.

Wie seht ihr das? Wie bezeichnet ihr eure Beziehungen oder lasst ihr das lieber auch sein? Was ist für euch hilfreich?

Kommt und berichtet davon beim nächsten Polytreff eures Vertrauens 😉 Würde mich freuen euch zu sehen. Gern könnt ihr euch auch beim Doodle eintragen, dann kann ich mich schon früher freuen.

Der nächste ist wie immer am zweiten Donnerstag im Monat, diesmal am 08.08. um 19:00 Uhr im:

Wirtshaus UHLAND!

Lange Rötterstrasse 10

68167 Mannheim

Wenn ihr mit dem Auto kommt, dann bringt eventuell etwas Extrazeit zum Suchen eines Parkplatzes mit oder kommt mit den ÖPNV (Haltestelle Alte Feuerwache, Mannheim) – damit ist es super zu erreichen.

Wir sind im hinteren Raum, ihr erkennt uns an der schwarzen 8er-Kugel auf dem Tisch.

Neue und bekannte Gäste sind in unserer gemütlichen Gesprächsrunde herzlich willkommen! Wenn ihr noch ganz neu in der Thematik seid, freuen wir uns über Eure Fragen und wenn ihr alte Hasen seid über Eure Erfahrungen. Und wenn Ihr noch im Vorfeld Fragen habt, dann schreibt uns gerne an.

Liebe Grüße und bis dann,

Eure Ophilia