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Do, 12.12.19, 19:00 Uhr: Polytreff in Mannheim

Hallo ihr Liebenden,

Wenn ich erzähle, dass ich polyamor lebe, bekommt ich oft einige Vorurteile zu hören, wenn auch manchmal nur indirekt.

Eines dieser Vorurteile will ich mal heute hier erläutern und was vielleicht dran ist: „Wer nicht-monogam lebt, dem geht es nur um Spaß, Sex, das Verliebt-sein.“

Dabei schwingt manchmal eine Unterstellung mit, dass man eine hedonistische, oberflächige, kurzfristige Motivation hat, sich mit Menschen einzulassen.

Zu Anfang: Ja, solche Menschen soll es geben. Und auch sie dürfen ihre Liebe so leben, wie sie es wollen, solange sie es und andere glücklich macht. Und auch ich hatte kurze Begegnungen, in denen es genau darum ging. Im Moment zu leben und Spaß zu haben.

Aber bei der Polyamorie geht es unter anderem um Langfristigkeit.

Und ja, ich glaube manchmal, dass ich den Geist von „Carpe Diem“ bei unserem Polytreff spüre. Dieses Bedürfnis, das Leben im Jetzt zu umarmen. Und manchmal kann es auch nur darum gehen. Aber den meisten nicht-monogam-lebenden, die ich kenne, geht es um Begegnungen und Beziehungen. Und jeder Mensch, dem man offen begegnet, hat das Potential einen zu prägen, etwas zu lehren, einen zu verändern. Und dass ist alles andere als oberflächlich oder gar kurzfristig.

Bei Polyamorie, geht es um Liebe. In allen Facetten. Und es braucht jedes Mal auch Mut dazu, sich auf jemanden einzulassen. Ein Stück seines Lebens zu öffnen, Zeit und Kraft einzuräumen und dieser Person, die Macht zu geben, das eigene Leben zu verändern. Manchmal bleibt es auch bei einer kurzen Begegnung, aber selten bleibt die Begegnung ohne Spuren.

Zum Schluss noch ein Zitat:

Das Leben ist kurz.
Brich die Regeln, verzeihe schnell, küsse langsam, liebe wahrhaftig, lache hemmungslos und bereue niemals etwas, dass dich zum Lächeln gebracht hat.

Mark Twain

Ich glaube, es nie falsch zu lieben. Wenn man achtsam, respektvoll mit allen Beteiligten umgeht. Und nach meiner Erfahrung, geht es selten darum nur seinen eigenen Spaß zu maximieren, sondern um wahrhaftige Begegnungen.

In diesem Sinne. Wenn ihr andere Menschen kennenlernen wollt, die dieses Abenteuer schon eingegangen sind oder auch ganz am Anfang stehen, dann kommt gern zum nächsten Polytreff.

Der nächste in Mannheim ist wie immer am zweiten Donnerstag im Monat, diesmal am 12.12. um 19:00 Uhr im:

Wirtshaus UHLAND!

Lange Rötterstrasse 10

68167 Mannheim

Wenn ihr mit dem Auto kommt, dann bringt eventuell etwas Extrazeit zum Suchen eines Parkplatzes mit oder kommt mit den ÖPNV (Haltestelle Alte Feuerwache, Mannheim) – damit ist es super zu erreichen.

Wir sind im hinteren Raum, ihr erkennt uns an der schwarzen 8er-Kugel und den Flyern auf dem Tisch.

Neue und bekannte Gäste sind in unserer gemütlichen Gesprächsrunde herzlich willkommen! Wenn ihr noch ganz neu in der Thematik seid, freuen wir uns über Eure Fragen und wenn ihr alte Hasen seid über Eure Erfahrungen. Und wenn Ihr noch im Vorfeld Fragen habt, dann schreibt uns gerne an.

Liebe Grüße und bis dann,

Eure Ophilia

Do, 14.11.19, 19:00 Uhr: Polytreff in Mannheim

Hallo ihr Liebenden.

Manchmal fallen bei uns beim Polytreff einige neue Begriffe, die Menschen in monoamoren Beziehungen überhaupt nicht bekannt sind und auch für sie nicht relevant sind. Zwei davon will ich heute hier mal erläutern:

Der Paramour ist der eigene Partner, mit dem man eine Beziehung hat. Unter Polys kann man dann natürlich auch zwei oder mehrere Paramours haben.

Der Metamour ist der/die Partner/in meines/r Partners/in. Also die Freundin meines Freundes wäre meine Metamour. Und da wird es eben schon etwas komplizierter. Im monoamoren Kontext gibt es höchstens die „Affäre“ oder den/die Geliebte.

Also ich selbst find es toll, dass es dafür im polyamoren Kontext einen eigenen Begriff gibt. Denn Affäre klingt auf jeden Fall nach Betrug und Lüge. Aber da es bei Polys (hoffentlich) ehrlich zu geht, ist es gut, dass es für den Metamour eben diesen Begriff gibt. Denn der Metamour spielt auch plötzlich eine Rolle im eigenen Leben. Auch wenn man nicht direkt eine Beziehung mit ihm eingegangen ist, so spielt er doch eine Rolle im Leben meines Paramours, des Menschen, den ich liebe. Und so wird der Metamour eben auch relevant für mich und ich muss mich mit ihm auseinander setzen (ob ich ihn jetzt privat kenne oder auch nicht).

Es werden bestimmt Fragen aufkommen: Wie geh ich damit um, wenn mein Metamour vermeintlich hübscher, schlauer, witziger, gelber etc. als ich bin? Wie geh ich mit meiner Eifersucht um? Wie geh ich mit der Eifersucht des Metamours um? Was mach ich, wenn ich meinen Metamour nicht mag? Was mach ich, wenn ich auch auf meinen Metamour stehe?

In diesem Sinne: wenn ihr über diese oder andere Fragen reden und euch austauschen wollt, dann seid ihr herzlich eingeladen zum nächsten Polytreff.

Wie immer am zweiten Donnerstag im Monat, diesmal am 14.11. um 19:00 Uhr im:

Wirtshaus UHLAND!

Lange Rötterstrasse 10

68167 Mannheim

Wenn ihr mit dem Auto kommt, dann bringt eventuell etwas Extrazeit zum Suchen eines Parkplatzes mit oder kommt mit den ÖPNV (Haltestelle Alte Feuerwache, Mannheim) – damit ist es super zu erreichen.

Wir sind im hinteren Raum, ihr erkennt uns an der schwarzen 8er-Kugel auf dem Tisch.

Neue und bekannte Gäste sind in unserer gemütlichen Gesprächsrunde herzlich willkommen! Wenn ihr noch ganz neu in der Thematik seid, freuen wir uns über Eure Fragen und wenn ihr alte Hasen seid über Eure Erfahrungen. Und wenn Ihr noch im Vorfeld Fragen habt, dann schreibt uns gerne an.

Liebe Grüße und bis dann,

Eure Ophilia

Do, 10.10.19, 19:00 Uhr: Polytreff in Mannheim

Hallo ihr Liebenden.

Was ist Polyamorie? Völlig profan hier mal eine von vielen Defintionen. Es gibt so viele Formen von Beziehungsgestaltungen wie es Menschen gibt und somit auch nicht DIE eine Polyamorie. Aber es gibt ein paar Eckpunkte auf die sich die „Community“ geeinigt hat.

Und hier jetzt ein paar Merkmale der Polyamorie von Christian Rüther, die mir persönlich sehr gefallen:

  1. Ehrlichkeit/Transparenz (Poly ist nicht „Betrügen“)
  2. Gleichberechtigung/Konsens (Poly ist nicht patriarchale Polygynie)
  3. Erotische Liebe mit mehr als einer Person über einen bestimmten Zeitraum hinweg (Poly ist mehr als Freundschaft/Poly ist nicht Monogamie)
  4. Langfristige Orientierung (Poly ist prinzipiell nicht Swinging)

Wer mehr lesen will, seine Diplomarbeit ist online und hochinteressant.

Und während ich die vier Punkte schreibe, fallen mir gleich mehrere Beispiele von Menschen ein, die ich definitv als polyamor bezeichnen würde und nicht 100% in diese 4 Punkte passen. Aber dafür sind sie ja nicht da. Es sind Eckpfeiler, die eine Rahmen bilden sollen, aber keinen dogmatischen Käfig. Besonders hilfreich finde ich solche Punkte aber, um mit dem Partner darüber zu reden, welche Erwartungen man an die Beziehung hat und passt das Modell der Polyamorie für die Beziehungsform, die wir uns vorstellen. Oder passt eher eine andere Form von nichtmonogamer Beziehung eher zu uns.

Mir kommen gleich mehrere Fragen zu dem Thema auf: Wie ehrlich und transparent kann/will ich sein? Ab wann beginnt eine Beziehung? Wann ist langfristig langfristig? Wo beginnt Erotik?

In diesem Sinne: wenn ihr über diese oder andere Fragen reden und austauschen wollt, dann seid ihr herzlich eingeladen zum nächsten Polytreff.

Wie immer am zweiten Donnerstag im Monat, diesmal am10.10. um 19:00 Uhr im:

Wirtshaus UHLAND!

Lange Rötterstrasse 10

68167 Mannheim

Wenn ihr mit dem Auto kommt, dann bringt eventuell etwas Extrazeit zum Suchen eines Parkplatzes mit oder kommt mit den ÖPNV (Haltestelle Alte Feuerwache, Mannheim) – damit ist es super zu erreichen.

Wir sind im hinteren Raum, ihr erkennt uns an der schwarzen 8er-Kugel auf dem Tisch.

Neue und bekannte Gäste sind in unserer gemütlichen Gesprächsrunde herzlich willkommen! Wenn ihr noch ganz neu in der Thematik seid, freuen wir uns über Eure Fragen und wenn ihr alte Hasen seid über Eure Erfahrungen. Und wenn Ihr noch im Vorfeld Fragen habt, dann schreibt uns gerne an.

Liebe Grüße und bis dann,

Eure Ophilia

Mi. 24.07.2019 um 19:00 Uhr Polytreff in Heidelberg

Hallo ihr Lieben,

diesmal spät, aber hoffentlich noch rechtzeitig für euch:
Nächsten Mittwoch treffen wir uns wieder in Heidelberg,  Unser Tisch für den Polytreff im Firebowl ist wieder resverviert. Das ist der Nebenraum neben der Bowlingbahn (neben der Bowlingbahnen hinter einer weiteren Tür), bei schönem Wetter auch alternativ im Biergarten vor dem Haupteingang.

Wir treffen uns am Mi. 24.07.2019 um 19:00 Uhr im Lokal

Firebowl Heidelbeg
Bergheimer Str. 139-151
69115 Heidelberg

Als Erkennungszeichen stellen wir einen Papier-Auftseller mit Polyamorie-Herz auf den Tisch.

Neue und bekannte Gäste sind in unserer gemütlichen Gesprächsrunde herzlich willkommen. Wie immer könnt ihr bei Bedarf vorher Kontakt aufnehmen. Auch, falls ihr eine Mitfahrgelegenheit, z.B. ab Heidelberg HBF benötigt.

Für die Anreise per Auto:
Wir haben von der Bedienung erfahren, daß das „Firebowl“ auch eigene Parkplätze hinter dem Haus auf dem „Landfried-Gelände“ hat. Es sind nicht viele, manchmal ist alles besetzt. Dann steht noch ein großer Bezahl-Parkplatz zur Verfügung, der ist nicht zu verfehlen.

Für die Anreise mit der Bahn:
Das „Firebowl“ liegt ca. 500m von Heidelberger Hauptbahnhof entfernt und ist dadurch sehr gut mit den Öffis zu erreichen.

LG
PolyLX

Do, 08.08.19, 19:00 Uhr: Polytreff in Mannheim

Hallo ihr Liebenden,

In der letzte Zeit kommen wir bei unseren Treffen immer wieder auf das Thema „Beziehungsanarchie“, eines von vielen Konzepten aus dem bunten Strauß der Beziehungskonzepte. Und so dachte ich, versuche ihn hier mal kurz zu umschreiben, damit man eine Grundlage hat um darauf Diskussionen und Austausch aufzubauen.

Kurz gesagt:

Beziehungsanarchie ist die Praxis, zwischenmenschliche Beziehungen auf der Basis individueller Wünsche anstatt feststehender Normen und Regeln zu führen.

Die schwedische Journalistin Andie Nordgren, die auch den Begriff geprägt hat, hat in einer Broschüre die  Beziehungsanarchie letztendlich mit 9 Punkte beschrieben. Da diese sowieso alles schon sehr auf den Punkt bringen, gebe ich sie hier ungekürzt wieder. Ich hab die Übersetzung von der Seite „Mehr Platz für die Liebe“ .

  • Liebe ist im Überfluss vorhanden, und jede Beziehung ist einzigartig.

Beziehungsanarchie stellt die Idee in Frage, dass Liebe eine begrenzte Ressource ist, die nur dann echt ist, wenn sie nur zwischen zwei Personen auf einmal stattfindet. Du kannst viele Menschen lieben, und die Beziehung zu einem Menschen beschränkt nicht die Liebe, die du für jemand anderen empfindest. Bewerte und vergleiche keine Menschen und Beziehungen – schätze jede Beziehung auf ihre individuelle Art und Weise. Es ist nicht nötig, jemanden als „Partner“ zu benennen, damit die Beziehung echt ist. Jede Beziehung ist eigenständig, und eine Beziehung zwischen eigenständigen Menschen.

  • Liebe und Respekt statt Forderungen

Auf Forderungen als Grundlage für eine Beziehung zu verzichten, heißt die Autonomie und das Urteilsvermögen anderer Menschen zu respektieren. Deine Gefühle für jemanden oder eure gemeinsame Vergangenheit geben dir nicht das Recht, Forderungen und Ansprüche zu haben. Findet heraus, wie ihr miteinander umgehen könnt, ohne persönliche Grenzen zu übertreten. Anstatt immer nach einem Kompromiss zu suchen, lasse jeden Menschen seinen eigenen Weg finden, ohne dass das für die Beziehung eine Krise bedeutet. Keine Ansprüche zu haben, ist der einzige Weg, um sicher zu sein, dass die Beziehung immer auf beidseitiger Freiwilligkeit aufbaut. Liebe ist nicht „echter“, wenn ihr euch füreinander verbiegt, nur weil das so üblich ist.

  • Finde deinen festen Standpunkt

Wie willst du von Anderen behandelt werden? Und ich meine alle anderen. Was sind deine Grenzen und Erwartungen für alle Beziehungen? Mit was für Menschen willst du dich umgeben, und wie soll deine Beziehung mit ihnen aussehen? Finde deine Kernpunkte, die für dich wichtigsten Werte, und verwende sie ohne Ausnahme in allen Beziehungen. Weiche nicht davon ab, um irgendwem zu beweisen, dass du ihn „wirklich“ liebst.

  • Die heterosexistische Norm ist vorhanden, aber fürchte dich nicht.

Denke daran, dass es ein sehr starkes normatives System gibt, das dir sagen will, wie du zu leben hast und was wirkliche Liebe ist. Viele werden dich und deine Beziehungen in Frage stellen, wenn du nicht der Norm folgst. Arbeite mit den Menschen, die du liebst, zusammen und findet Wege und Tricks, um die Normen zu vermeiden, die euch Probleme bereiten. Findet positive Gegenentwürfe, damit ihr für etwas streiten könnt, und nicht nur gegen die Norm. Lasst eure Beziehungen nicht von der Angst vor gesellschaftlichen Normen beeinflussen.

  • Spontanität statt Verpflichtung

Die Freiheit, spontan zu sein – sich auszudrücken und zu handeln, ohne Angst vor Strafe und ohne Pflichtgefühl – das ist es, was eine anarchistische Beziehung lebendig macht. Spontanität ist vor allem das Gegenteil von Pflicht. Du willst eine Beziehung haben, in der man aus einem positiven Wunsch heraus miteinander zu tun hat, nicht aus Pflichtgefühl. Bei Spontanität geht es nicht darum, dass alles ohne Planung und Nachdenken gemacht wird, sondern darum, eine Beziehung zu schaffen die nicht auf Aufgaben und Anforderungen basiert. Organisiere deine Beziehungen so, dass Spontanität möglich ist!

  • Fake it till you make it

Manchmal scheint es, als müsste man ein unglaublicher Übermensch sein, um solche anarchistischen Beziehungen „hinzukriegen“. Aber das stimmt nicht. Verwende den Trick „Schummeln, bis es funktioniert“: Überleg dir in einer ruhigen Situation, wie du handeln würdest wenn du dich so stark und sicher fühlst wie du dir wünschst. Verwandle das in einfache Verhaltensregeln, die du anwenden kannst wenn du dich nicht so stark fühlst. Sprich mit Anderen darüber wie sie das machen, und mach dir keine Vorwürfe wenn es nicht immer klappt!

  • Vertrauen ist besser

Gehe davon aus, dass die Menschen in deiner Umgebung dir nur Gutes wollen. Es ist Unsinn, dass Egoismus der einzige Antrieb des Menschen ist. Vertrauen ist besser als eine Beziehung, in der du ständig nach Bestätigung suchst, dass der Andere immernoch für dich da ist. Du und die Anderen wollt euch gerne sehen und kommunizieren, aber manchmal hat man so viel um die Ohren, dass man alle Energie auf seine eigenen Sorgen richten muss. Je mehr du dann eine verständnisvolle Umgebung für dich und andere schaffen kannst, desto mehr Energie bleibt übrig, um sich gegenseitig zu unterstützen. Gib den Leuten die Chance zu reden, sich zu erklären, und zu zeigen dass sie Verantwortung in der Beziehung übernehmen, aber auch die Chance, sich um sich selbst zu kümmern. Denke an deine Grenzen.

  • Veränderung durch Kommunikation

Für das meiste, was Menschen gemeinsam machen, gibt es schon eine Art von Standard, wie das im Normalfall gemacht wird. Wenn du mit den Menschen in deiner Umgebung nicht darüber redest, dann werden sie sich verhalten wie üblich. Kommunikation, und gemeinsam anders zu Handeln, ist der einzige Weg um sich von Normen zu befreien. In radikalen Beziehungen ist Kommunikation ein Hauptbestandteil, kein Ausnahmezustand. Vertrauensvolle Gespräche sind das wichtigste Werkzeug. Wir sind so sehr daran gewöhnt, dass Menschen nicht das sagen, was sie wirklich meinen, sondern dass wir die richtige Interpretation suchen müssen. Solche Interpretationen funktionieren aber nur auf der Grundlage von Normen – wer eine Beziehung jeseits der Norm führen will, muss Klartext reden!

  • Mach deine Vereinbarungen passend für dich

Das Leben wäre ärmer an Struktur und Bedeutung, wenn man sich nicht mit anderen Menschen zusammentun könnte um Dinge zu erreichen – gemeinsam etwas aufbauen, Kinder großziehen, ein Haus besitzen und zusammen durch dick und dünn gehen. Solche Unterfangen brauchen normalerweise sehr viel Vertrauen und Verbindlichkeit zwischen den Leuten, um zu funktionieren. Beziehungsanarchie heißt nicht, dass du dich niemals auf irgendwas festlegen darfst – es geht darum, mit den Menschen in deiner Umgebung deine eigenen Vereinbarungen zu entwerfen. Frei von den Normen, die dir vorschreiben wollen, dass bestimmte Arten von Verpflichtung für Liebe notwendig sind, damit sie echt ist, oder dass manche Vereinbarungen wie Kinder kriegen oder zusammen wohnen von bestimmten Gefühlen angetrieben sein müssen. Fang bei Null an und mache deutlich, welche Art von Vereinbarung genau du mit anderen Leuten eingehen willst!

Der kleine, aber feine Unterschied zwischen Polyamorie und Beziehungsanarchie:

Obwohl ich mich selbst nicht als Beziehungsanarchist bezeichnen würde, würde ich jeden der Punkte oben unterschreiben. Beziehungsanarchie unterscheidet sich aber von der Polyamorie eben dadurch, dass sie annimmt, man brauche keine formelle Unterscheidung zwischen verschiedenen Typen von Beziehungen. Beziehungsanarchisten betrachten jede Beziehung (Liebesbeziehungen und andere) individuell, im Gegensatz zu der üblichen Kategorisierung nach gesellschaftlichen Normen wie „nur Freunde“, „in einer Beziehung“, „in einer offenen Beziehung“ etc. Und das ist letztendlich die Frage, ob man ein Label für seine Beziehung braucht oder eben nicht. Und das ist dann auch eine individuelle Frage.

Ich persönlich fand es einfach bisher sehr hilfreich einen „Arbeitstitel“ für meine Beziehungen zu haben und will darauf nicht verzichten, gleichzeitig aber ist es für mich auch schön nicht nur in den starren konventionellen Kategorien denken zu müssen.

Wie seht ihr das? Wie bezeichnet ihr eure Beziehungen oder lasst ihr das lieber auch sein? Was ist für euch hilfreich?

Kommt und berichtet davon beim nächsten Polytreff eures Vertrauens 😉 Würde mich freuen euch zu sehen. Gern könnt ihr euch auch beim Doodle eintragen, dann kann ich mich schon früher freuen.

Der nächste ist wie immer am zweiten Donnerstag im Monat, diesmal am 08.08. um 19:00 Uhr im:

Wirtshaus UHLAND!

Lange Rötterstrasse 10

68167 Mannheim

Wenn ihr mit dem Auto kommt, dann bringt eventuell etwas Extrazeit zum Suchen eines Parkplatzes mit oder kommt mit den ÖPNV (Haltestelle Alte Feuerwache, Mannheim) – damit ist es super zu erreichen.

Wir sind im hinteren Raum, ihr erkennt uns an der schwarzen 8er-Kugel auf dem Tisch.

Neue und bekannte Gäste sind in unserer gemütlichen Gesprächsrunde herzlich willkommen! Wenn ihr noch ganz neu in der Thematik seid, freuen wir uns über Eure Fragen und wenn ihr alte Hasen seid über Eure Erfahrungen. Und wenn Ihr noch im Vorfeld Fragen habt, dann schreibt uns gerne an.

Liebe Grüße und bis dann,

Eure Ophilia