Matriarchat-Diskussionsabend

Da war was los!! Bei unserem Themenabend am 25.2.09 ging es um „egalitäre bzw. ausbalancierte Gesellschaften“ heute und vor 9000 Jahren. Friederike hatte in langer, akribischer Vorarbeit ein 15-seitiges Skript zusammengestellt, aus dem sie Teile vorlas und Teile frei referierte. Viele stellten Zwischenfragen. Sie hatte aufmerksam lauschende Zuhörer – es war sehr spannend zu erfahren, dass es 7000 Jahre vor unserer Zeitrechnung schon eine Gesellschaftsform gegeben hat, in der Männer und Frauen gleichberechtigt und friedlich lebten, und zwar überall auf der Welt!  Heute sind davon nur noch einzelne kleine Völker übrig, weit verstreut und kaum noch in ihrer reinen Form erhalten. Ein solches Volk, die Mosuo in Südchina am LuguSee (gegen Tibet zu), hat Friederike beispielhaft heraus gegriffen und über deren ökonomische, soziale, politische und kulurell-spirituelle Struktur referiert. Es gibt in diesen vier Bereichen ganz matriarchatstypische Muster.

Ein anderer Teil des Vortrags bezog sich auf die Frage: „Wie kam es zum Umschwung vom Matriarchat zum Patriarchat?“ – Von ForscherInnen wird als Grund eine Dürreperiode diskutiert, deretwegen die hungernden Kurganvölker mit kriegerischer Gewalt über die unbewaffneten „Gesellschaften in Balance“ her fielen und ihnen ihre hierarchische Struktur aufzwangen. In unserer Runde gab es hier einige Meinungsverschiedenheiten.

Den Wandel der spirituellen Auffassungen zu besprechen, hätte mindestens einen weiteren Abend gefüllt, und wir verzichteten auf eine Vertiefung.

Friederike gestattete Zwischenfragen, und so war schon bald eine heiße Diskussion im Gange. Einzelne Teilnehmer/innen waren ebenfalls gut vorinformiert und brachten ihr Wissen ein. Andere hatten Sach- und Verständnisfragen. Ich hoffe auf eine Fortsetzung in den Kommentaren!

Die am meisten diskutierten Bereiche waren:

Wie leben die Mosuo ihre Paarbeziehungen? – Wie sind die Kinder in diesem System versorgt? – Wie sind die Besitzverhältnisse, die FunktionsHierarchien? – Wenn die Polyamorie hier ganz selbstverständlich und schon seit Jahrtausenden praktiziert wird, wie sieht das dann im Alltag des Dorflebens aus? Vergleichbar mit Tamera oder dem ZEGG? – Lässt sich von dieser Art zu leben irgend etwas auf unsere Gegenwart übertragen oder für die Zukunft wünschen? – Hat die Polyamorie-Bewegung etwas beizutragen, dass Kriege und Ausbeutung auf unserem Planeten ein Ende finden?

Mit donnerndem Applaus dankten wir Friederike für ihren frei Haus gelieferten super Vortrag, für ihre Arbeit und die kompetente Beantwortung unserer vielen Fragen.

Und Friederike strich sich eine kecke Strähne ihres strahlendweißen Haares aus der Stirn und lächelte stolz.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s